Die Aufzeichnungen sollen für uns eine Reiseerinnerung sein und gleichzeitig auch unseren Familie / Freunden Einblicke in das Erlebte geben.

Malaysien Teil 4 Sarawak-Borneo

03. November 2017

Wir brechen von Brunei auf um wieder nach Malaysia zu gelangen. Diesmal in den Teil Sarawak wo gleich hinter der Grenze in der Stadt Miri eine gute Autowerkstatt liegt. Hier haben auch schon Liliana + Emil Schmid (www.weltrekordreise.ch) ihren Toyota neu aufbauen lassen. Dazu finden wir erstmal ein günstiges Hotel und lassen dann unseren Landcruiser in der Garage. Es ist ein Service fällig mit Abschmieren und Kontrolle und Tausch der Zahnriemen. Bei dieser Gelegenheit lassen wir auch noch den unteren Bereich neu lackieren, da wir mit dem Austupfen der Steinschlagschäden gar nicht mehr nachkommen. Empfehlenswerte Werkstatt – danke Lance Lau, dem Chef der Werkstatt Yung Lee Auto & Painting Workshop.

Umtrunk mit Lance Lau dem Chef der Werkstatt

Nach getaner Arbeit – wir sind zufrieden.

Nun können wir unser Vorhaben in eines der entlegensten Gebiete Südostasiens zu fahren. Unser Landcruiser sollte alles mitmachen.

Wir haben schon in der Schweiz von Bruno Manser gelesen, der 6 Jahre im Regenwald bei den Penan zugebracht hat und nach einem unermüdlichen Kampf gegen die Regenwaldzerstörung auch dort auf ungeklärte Weise verschollen ist. Sein Vermächtnis der Bruno Manser Fonds setzt sich bis heute für die Rechte und Überlebenschancen der indigenen Völker ein. Dort wollten wir hin in eines – der z.T heute sesshaften – Penandörfer. Nun war es keine Option das Auto stehenzulassen und das Flugzeug zu nehmen – wie die meisten Reisenden in die Gegend – nein, wir wollten mit unserem Dagi so weit wie möglich hineinfahren.

Von offizieller Regierungsseite werden Karten über das Gebiet zurückgehalten (sonst könnten die indigenen Volksgruppen besser ihre Landrechte geltend machen). Somit war es schwierig festzustellen was möglich und was unmöglich mit dem Auto ist. Dank dem Kartierungsprojekt des Bruno-Maser-Fonds haben wir z.T. alte Holzfällerpisten (Logging Roads) ausmachen können auf denen wir uns bewegten.

Unsere geplante Fahrt ins Hinterland um einige Penandörfer zu besuchen.

— und hier die Detailkarte der Route.

Zuerst eine tolle Asphaltstrasse …

Wir erreichen Long Lama wo wir mit einer Fähre über einen Fluss setzen müssen.

Fähre in Long Lama

… welche dann bald in eine gute Piste übergeht.

Solange die Holzrodungen weitergehen, sorgt die Company dafür dass die „Logging-Roads“ in leidlich gutem Zustand sind.

So sieht es aus wenn der Wald weg ist!!!!

Long Bedian – Marktplatz. Hier existiert ein Camp einer chinesischen Firma die Bohrungen auf der Suche nach „Wertvollem“ betreibt.

Etwas oberhalb des Dorfes finden wir einen Übernachtungsplatz.

Die Leute sind freundlich, wenn auch zurückhaltend. Aber wir bekommen auch Auskunft über die weiter Piste.

Tags darauf begegnen uns Holztransporter. Ausbeutung von Ressourcen wobei die Bevölkerung nicht viel abbekommt.

Wir sehen die ersten Penan-Dörfer…

… aber auch Holzfäller Camps.

Je tiefer wir hineinkommen desto mehr Regenwald sehen wir. Wenn auch oft nur sekundär Wälder so gibt es doch noch unberührte Gebiete. Das ist der Lebensraum der letzten indigenen Waldnomaden.

Als die Piste aus dem Holzfällergebiet herausführt wird es rauher, da hier kein Unterhalt mehr stattfindet.

Piste nach Long Lellang

Der letzte Teil der Piste ist eine „Schlammschlacht“.

Als Wir den Flugplatz Long Lellang erreichen setzt Regen ein. Die Wolken hängen tief und es ist etwas unwirtlich.

Zum Glück finden wir vor der Kirche einen Unterstand der uns weitgehend vor Regen schützt. Der Pastor ist freundlich und wir können mit unserem Auto vor dem Unterstand parken.

In Long Lellang

Willkommensschild für die Flugtouristen.

Das Dorf ist hauptsächlich durch Kelabits bewohnt. Die Penan hier sind in der Minderheit. Sie bevorzugen abgelegenere Dörfer die nicht einfach zu erreichen sind.

Am nächsten Tag, das Wetter hat sich zum Glück aufgehellt, planen wir in eines der umliegenden Penandörfer zu wandern. Die Tracks sind nicht leicht zu finden und um den Kontakt mit den Leuten dort herzustellen schauen wir uns nach einen Guide um der uns weiterhilft.

Unser Guide nach Long Main ist zwar Kelabit aber spricht auch die Penan Sprache.

Das eigentliche Dorf Long Lellang liegt hinter dem Fluss und ist mit einer Hängebrücke erreichbar.

Zuerst geht es den Reisfeldern beim Dorf entlang bis wir, wie durch eine Pforte, in den Regenwald eintauchen.

Pfad durch den Regenwald – nicht immer einfach zu finden.

Auf dem Weg nach Long Main

Immer wieder Hindernisse im Weg

Kurz vor dem Dorf ein Bach zum überqueren, ein Boot war zur Stelle.

Der Wald tritt zurück und wir erreichen ein offenes Gelände.

Das Dorf Long Main kommt in Sicht.

Die Häuser versteckt am Rand der Freifläche.

Da die Penan nach wie vor aus den Ressourcen des Waldes leben sind nur wenige Leute im Dorf. Im Moment nur 2 Familien. Die anderen kommen sporadisch ins Dorf zurück. Unser Guide bespricht sich mit einem Mann und darauf hin werden wir in sein Haus eingeladen. Es ist das Haus des Dorfältesten, wie sich herausstellt.

Haus am Dorfeingang, leider z.Z. unbewohnt.

Feuerstelle

Den Kindern schmecken die Lolli’s

Essen wird zubereitet. Alles aus dem Wald.

Kleine Kirche im Dorf, scheint aber nicht rege besucht zu sein.

Penan Familie.

Kreuter und Grünzeug wird zum Essen vorbereitet.

Der Dorfchef mit unserem Guide im Gespräch.

Abschiedsfoto

Nach dem Essen beginnt es in Strömen zu regnen. Wir müssen mit unserem Aufbruch warten.

Als nach ca. 2 Stunden der Regen etwas nachlässt beschliessen wir uns auf den Rückweg zu mache. Wenn wir länger warten kommen wir in die Dunkelheit und das ist noch schwieriger als nass zu werden.

Der kleine Bach den wir angetroffen haben ist nun zu einem Fluss angeschwollen. Hier ist kein Übergang mehr möglich.

Da hilft auch alles überlegen nichts.

Unser Gastgeber, der Dorfälteste, ist und gefolgt und zeigt uns einen anderen Übergang.

Die Fliessgeschwindigkeit macht die Querung schwierig.

Es geht noch 1 1/2 Stunden durch den Wald und ohne Guide wären wir verloren gewesen. Im letzten Licht der Dämmerung erreichen wir wieder Long Lellang, ziemlich durchnässt aber zufrieden dass alles gut gegangen ist.

Am nächsten Tag warten wir bis der Regen nachlässt um den Rückweg anzutreten.  Wir beobachten vor unserer Abfahrt wie das wöchentliche Flugzeug einfliegt.

Knapp über den Wipfeln des Regenwaldes schwebt das Flugzeug ein.

In Long Lellang gelandet. Eigentlich der einzige Weg für Touristen hierher zu kommen.

Die ansässigen Hi-Lux Fahrer betrachten unsere AT-Reifen (all-terrain) etwas mitleidig. Ihre Autos sind alle mit fetten MT-Reifen (mud-terrain) bestückt. Aber wir wissen was wir mit unsrem Landcruiser alles bewältigen können und machen uns auf den Weg.

Rückweg von Long Lellang

Bis auf eine kurze Strecke in der die dünne Schlammschicht wie Glatteis wirkt, ist die Piste besser als erwartet.

Vom Holzfäller Camp an ist die Piste wieder gut und auch das Wetter hellt sich auf.

So macht es wieder Spass !!

Den Tag beschliessen wir auf halber Strecke beim Dorf Long Kerangan. Wir bekommen die Erlaubnis auf diesem Platz mit Unterstand die Nacht zu verbringen.

Abends gehen wir ins Dorf hinunter, wo uns die Penan ihre Handarbeiten zeigen wollen.

Hübsche Penan Frau.

Die Grossmutter

Penan Familie

Long Kerangan

Am nächsten Morgen brechen wir zeitig auf denn wir sollen eine grössere Strecke hinter uns bringen.

Bald darauf erreichen wir wieder die asphaltierte Strasse.

Nun geht es wieder der Hauptverkehrsroute in Richtung Bintulu, wo wir auf einem Parkplatz direkt am Meer unser Nachtlager aufschlagen.

Bintulu

Im Land das so viel Edelholz exportiert werden Parkbänke betoniert.

Nun ist es nicht mehr weit bis Kuching, von wo aus die Reise in den indonesischen Teil Borneos weitergehen soll.

Die Strecke erweist sich aber als permanente Baustelle. ca. 300 km Baustelle, wo gibt’s denn das! Wir beschliessen kurzerhand die paralell verlaufende Strasse in Richtung Meer zu nutzen und siehe da – gut Strasse, kaum Verkehr.

Strasse nach Sarikei

Unser treuer Geselle bekommt auch noch ein Spa Paket.

Wir erreichen gegen Abend die Stadt Sarikei, wo wir uns um einen Schlafplatz kümmern müssen. Wir suchen einen Park aus (Recreation Area) und finden dort am Parkplatz auch was brauchbares. Als es  dunkel wird sind die meisten Auto weg nur noch ein paar Einheimische interessieren sich für unser wundersame Gefährt.

Nicht weit von uns entfernt richtet sich eine Gesllschaft fürs Abrendessen ein. Es dauert auch nicht lange bis diese uns bitten zu ihnen an den Tisch zu kommen. Es sind chinesisch stämmige Malaysierer. Die Gastfreundschaft ist umwerfend und es entwickelt sich ein lustiger Abend.

Vielen Dank an Roger und seine Freunde.

Eine so herzliche und offene Aufnahme der Fremden veranlasst uns gleich noch einen Tag zu bleiben. Wir sehen uns etwas im Park um und erledigen einige Dinge am Auto – ein stressfreier Tag.

Der Wasserturm von Sarikei

Am Abend überrascht uns Roger mit einem wahren Festessen, dass er und seine Frau gezaubert hat.

Schon lange nicht mehr so fein gespeist!

Danke Roger

12. November 2017

Wir verlassen Sarikei um das letzte Stück nach Kuching zurückzulegen. Da wir aber nicht die Hauptverkehrsroute gefahren sind liegen noch 3x eine Flussüberquerung per Fähre vor uns. Dafür haben wir kaum Verkehr und die Fahrt ist angenehm.

Fähre über den Fluss bei Kuching

Abends fahren wir durch die Stadt und suchen uns ein günstiges Hotel. Wir wollen die nächsten Tage Kuching erkunden.

Kuching by night.

Beim Spaziergang am Fluss.

Etwas protzig mutet der Kongresspalast an.

Ein Nasenaffenweibchen im Park nahe der Flusspromenade.

Kuching bedeutet in der Malay Sprache eben Katze.

Bei einem Restaurant an der „einheimischen“ Seite des Flusses.

Die mondäne Waterfront

Kuching ist sehr chinesisch geprägt.

Die neue Fussgängerbrücke in Kuching ist eröffnet.

Traditioneller Tanz und Gesangswettbewerb

Traditioneller Tanz und Gesangswettbewerb

Traditioneller Tanz und Gesangswettbewerb

Traditioneller Tanz und Gesangswettbewerb

Traditioneller Tanz und Gesangswettbewerb

15. – 16. November 2017

(Leider keine eigenen Bilder, da im Datenurwald verschollen)

Bevor wir zur indonesischen Grenze aufbrechen wollen wir versuchen im Gunung Gading National Park eine Rafflesia Blüte zu entdecken. Diese grössten Blüten der Welt sind nur für einige Tage offen und es braucht viel Glück eine zu sehen.

Rafflesiablüte – leider hatten wir nicht das Glück eine anzutreffen.

Am Visitorcenter waren die Parkranger sehr freundlich. Nach der Frage ob eine Rafflesia zu sehen ist, bekommen wir die Antwort. Leider, vor 3 Tagen war eine – vielleicht in 1-2 Wochen. Unsere Enttäuschung war gross. Da im Park nicht viel los war durften wir am Platz vor einem Bungalow unser Auto aufstellen und das grosse Vordach benützen – denn es regnet jetzt fast jeden Tag. Der Platz ist sehr schön und mitten im Regenwald gelegen.

Wir benützen es um hier noch einen zusätzlichen Tag zu verbringen.

Badebecken – bei der Hitze sehr angenehm.

Visitorcenter

17. – 19. November 2017

Auf dem Weg zur indonesischen Grenze nahmen wir die Gelegenheit war das Semenggoh Wildlife Centre zu besuchen. Es ist das grösste Rehabilitationscenter für Orang Utan’s in Malaysia.

Semenggoh nature reserve

Semenggoh nature reserve

Semenggoh nature reserve

Semenggoh nature reserve

Es ist erstaunlich wie die Tiere hier in halbwilden Verhältnissen leben. Manchmal haben wir den Eindruck dass sie sich regelrecht zur Schau stellen und Spass dran haben.

Semenggoh nature reserve

Semenggoh nature reserve

Semenggoh nature reserve

Semenggoh nature reserve

Semenggoh nature reserve

Übernachten durften wir nur ausserhalb des Geländes am Parkplatz des Einganges. Von allen besuchten Orang Utan Center hat es uns hier am Besten gefallen. Es ist in sehr natürlicher Umgebung und nicht strikt abgeschirmt. Dadurch ist es notwendig sich auch vorsichtig und mit Umsicht darin zu bewegen.

19. November 2017

Nun gehst aber endgültig in Richtung Grenze. Wir wählen eine Route die uns über Dörfer auf Nebenstrassen zur Grenze bringt. So sehen wir noch etwas vom Land und Leute.

By by Malaysia

Wir bleiben aber weiterhin in Borneo – der indonesische Teil heisst Kalimantan.

 

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