Die Aufzeichnungen sollen für uns eine Reiseerinnerung sein und gleichzeitig auch unseren Familie / Freunden Einblicke in das Erlebte geben.

Laos – Der Süden

Freitag 25. November 2016

Neben den Schönheiten mussten wir auch noch an Praktisches denken. So suchten wir eine Möglichkeit unser CH-Gasflasche wieder zu füllen. Nach einigen vergeblichen Anläufen ist uns das im Bounam Gas Cooker Service gelungen. Dazu kauften wir auch den Anschluss der in Asien überall gehen sollte.

Als wir alles erledigt hatten, brachen wir auf um dem Mekong entlang gegen Osten zu fahren.

Wir hatten in unserem Reiseführer eine interessante Route zu einem hochgelegenen Hmong Gebiet gefunden und wollten dies ausprobieren.

Die Anfahrt führte durch schöne Landschaften und von Weitem sahen wir die bewaldeten Berge. Vorbei an schwimmenden Dörfern zum Eingang des Phou-Khao-Khouay National Parks.

Doch bald wird die Piste immer schlechter. Wasser aus der Regenzeit scheint hier am Werk gewesen zu sein.

Im Vertrauen auf unseren DAGI zirkeln wir weiter in der Hoffnung auf Besserung.

Das stellt sich als Trugschluss heraus – es wird immer rauher.

Das wäre geschafft. Nun erkundeten wir den weiteren Weg zu Fuss. Nach den Spuren wird hier nur mit Moped gefahren und die Auswaschungen wurden immer schlimmer – also keine Besserung in Sicht. Daher entschlossen wir uns umzukehren, sonst würde uns stundenlange Offroadquälerei erwarten.

An Rückweg trafen wir eine Hmong Familie die Kleinigkeiten in einem Stand verkauften. Wir hielten an und die Freude war gross, waren wir an diesem Tag die Einzigen die hier verbeigekommen sind.

In der Karte haben wir dann eine Alternativ-Route entdeckt und nach Erkundigungen bei Einheimische stellte sich diese als gut befahrbar heraus.

Schon spät erreichten wir das Dorf  Bang Van Heua. Zuerst versuchten wir am Ende einer Zufahrtstrasse zum Stausee einen Standplatz zu finden, wurden aber vom dortigen Militärposten daran gehindert – not possible, go to next village.

Also, ab ins nächste Dorf. Dort angekommen, versuchten wir in der Nähe der Schule etwas zum Übernachten zu finden. Neben einer Hütte war ein freier Platz. Die Nachfrage bei den Frauen in der Nähe gestaltete sich schwierig – no english. Nach einer Weile holten sie den Dorflehrer der ein paar Brocken Englisch sprach. Wir erklärten ihm unser Anliegen und er willigte ein im Schulbereich zu übernachten. Keiner der Dorfbewohner kam näher an unser Auto, obwohl es immer wieder neugierige Blicke gab. Alle waren sehr reserviert – nicht abweisend – aber vorsichtig mit Fremden, eben die Hmong Bevölkerung.

26. November 2016

Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns auf durch den Nationalpark in Richtung Mekong hinunter.

Am Mekong angekommen fanden wir einen Platz am Ufer zum Mittagessen.

Der Platz wäre schön gewesen zum Übernachten, aber es war noch zu früh am Tag und wir hatten uns mit Kevan & Barbara an der Khonglor Höhle verabredet. Also nach dem tollen Bratkartoffeln mit Bratwurst alles wieder verstauen und weiter geht es.

Die Khonglor Eco-Lodge

Abendstimmung am See.

Wir verbrachten 3 geruhsame Tage in der Lodge und konnten unsere Wäsche waschen und den DAGI etwas säubern. Zudem schickten wir die Unterlagen für das Tai-Permit für das Auto ab, um sicherzugehen alles rechtzeitig in die Wege zu leiten. Von anderen Reisenden hatten wir erfahren dass die Thai´s viele Auto ablehnen.

29. November 2016

Wir hatten die Ruhe genossen und wollten am letzten Tag noch die Höhle besuchen. Hier hat sich der Fluss einen unterirdischen Weg durch ein Bergmassiv gegraben. Er verschwindet und nach 9 km tritt er an der anderen Seite wieder zu Tage. Mit einem Boot kann man den unterirdischen Fluss befahren. Mit Stirnlampen ausgerüstet machten wir uns auf den Weg.

Zur Weiterfahrt wollten wir nicht auf die Hauptroute am Mekong zurück sondern schlugen einen Bogen über den Nam Theun Stausee nach Thakek. Die Staudämme in Laos sind sehr umstritten, wird doch die Natur arg beschädigt nur um Strom nach Thailand exportieren zu können.

Überfluteter Regenwald

Jüngst erst zog die Weltbank massive Kritik von Umweltschützern und Entwicklungsexperten, aber auch einiger Ökonomen auf sich, weil sie die Finanzierung des großen Staudamm-Projekts Nam Theun 2 in Laos gewährte. Dieses 1,3 Milliarden Dollar teure Infrastrukturprojekt wird nach Fertigstellung etwa 450 Quadratkilometer Regenwald überfluten, 6000 Menschen heimatlos machen, die umgesiedelt werden müssen, und dem wenig entwickelten Laos einen Haufen Schulden aufbürden.

Übernachtungsplatz in der Nähe von Lak Xao

Inmitten des verbliebenen Regenwaldes ein Stück abseits der Strasse entdecken wir eine Piste die nun im Wasser versinkt. Hier schlagen wir unser Nachtlager auf. Die Nacht war ruhig – zu ruhig – denn es regte sich nichts in den Wäldern. Keine Vögel zwitscherten und keine Affen kreischten. Es war gespenstisch ruhig. Nur ab und zu ein Gecko und einige Grillen zirpten – sonst nichts – wie ausgestorben.

Am nächsten Morgen ging die Fahrt über den Damm in Richtung Thakek, wo wir wieder auf den Mekong trafen.

Dort suchten wir die Thakek Travel Lodge auf und konnten in unserem Auto übernachten. Hier verbrachten wir 3 Nächte bevor wir uns ins nächste Abendteuer stürzten.

Sonnenuntergang am Mekong in Thakek mit Blick auf das thailändische Ufer.

03. Dezember 2016

Der Ho-Chi-Minh-Trail.

Dazu verliessen wir Thakek auf der Route 12 in Richtung vietnamesischer Grenze. Dort wo der Grenzüber gang am Mu Gia Pass ist, war der nördlichste Eintrittspunkt der Nachschublinien im Vientnamkrieg für den Vietkong. Von dort folgten wir nach Süden dem Trail.

Es bedrückte uns sehr zu sehen welches Ausmass an Zerstörung hier stattgefunden hat. Noch heute sind inmitten der Dörfer und beidseitig der Piste zahllose Bombenkrater zu erkennen. Wir kamen in das Dorf Ban Nongboua welches in einem der am meist bombardierten Gebiete der Welt liegt. In der Travellodge in Thakek bekamen wir die Information hier einen Führer zu finden, aber ohne Sprachklenntnisse – keine Möglichkeit.

Karte Laos mit Bombeneinschlagshäufigkeit. Die U.S. warfen mehr als 2 Millionen Tonnen Bomben auf Laos von 1964 bis 1973 während des Vietnam-Krieges. Das entspricht eine Flugzeugladung alle 8 Minuten über 9 Jahre.
Wie erholt sich so ein Land?

Ban Nongboua, ein Dorf mit einem freistehenden Kalksteinfelsen, der von vielen tausend nordvietnamesischen Soldaten zu Fuß, Fahrrad oder LKW passiert wurde.

Wir standen mitten im Dorf und erhofften uns über den Kontakt zur Bevölkerung mehr zu erfahren. Aber niemand interessierte sich für uns. Ein paar Jugendliche versucht wir auf Englisch anzusprechen – Fehlanzeige. Überall im Dorf stossen wir auf Bombenrelikte, welche die Bewohner zwecks Altmetallpreis sammeln. Auf diese Weise passieren die meisten Unfälle mit Blindgängern (UXO´s).

Noch heute liegen überall die „Bombie´s“ welche aus grossen Cluster-bombs stammen.

Cluster Bomb

Bombie´s

Da uns in diesem Dorf niemand Aufmerksamkeit schenkt und wir noch einen Schlafplatz finden müssen, fahren wir die Piste ein Stück zurück und entdecken kurz nach dem Dorf an einem Fluss eine Gruppe von Männern die ein Grillfest am Laufen haben. Gute Gelegenheit – denken wir uns – und gesellen uns dazu. Wir werden sehr freundlich aufgenommen und alle wollen uns auch von ihrem gegrillten Fisch und Lao-Lao (Laos Whisky) abgeben. Es war sehr lustig.

Gegen Abend endete die Party und alle machten sich auf den Heimweg, sodass wir alleine waren und in Ruhe unser Nachtlager einrichten konnten.

03. Dezember 2016

Wir verbrachten eine sehr ruhige Nacht und lauschten eine Weile den Geckos im Wald. Der Morgen zeigte sich mit etwas unbeständigem Wetter und wir machten uns bald auf den Weg. Zuerst wollten wir an die vietnamesische Grenze an den Mu-Gia-Pass.

Mu Gia Pass und Phanop Chokepoint.
Diejenigen, die auf dem Ho-Chi-Minh-Trail kämpften, waren legendär für Ihre Ausdauer, die hartnäckige Beharrlichkeit und ihre
Loyalität zu den Einheimischen. Das ist eine der großen menschlichen Zeugnisse dieser Zeit.

Mu Gia Pass – Grenzübergang nach Vietnam

Der Mu Gia Pass ist berühmt als der Haupteintrittspunkt nach
Laos auf die 16000 km Netzwerk von Pfaden bekannt als der Ho-Chi
Minh Trail. Es wird geschätzt, dass 75% des Lkw-Verkehrs, für
Lieferungen aus Nord-Vietnam die bestimmt waren für die Viet Cong Armee in Süd-Vietnams durch dieses enge Tal in der Annamite Range kamen. Heutzutage ist dieser Pass als Naphao / Chalo Grenzkontrollpunkt zwischen der Provinz Khammouane, Laos und Quang Bin Provinz, Vietnam bekannt. Während des Zweiten Indochina-Krieges war diese Straße eine schlammige Strecke, die im Tal verlief, durch Bachbetten hindurchging und zwischen steilen Sandsteinbergen im Norden und einem Labyrinth von riesigen Kalksteinmonolithen nach Süden (Hin Nam No National Protected Area) verlief. Heute ist dies eine Hauptroute für Lastwagen von Vietnam (Hafen Da Nang) nach Thailand. Sobald der Pass passiert war, erwies sich ein weiterer „Chokepoint“ durch Kalkstein-Karst in der Nähe von Phanop und Vangkhone als die engste Stelle entlang der Ho-Chi-Minh Trails.

Phanop Valley Choke Point, zeigt die Bombe Krater. Nam Ngo und Phanop Dorf im Hintergrund. Copyright © 2013 · Laos GPS Map

Wegen dieser Engstelle wurde der Bereich zu einer der am stärksten bewaffneten Orte im Vietnamkrieg. Darum fanden hier die konzentriertesten Luftangriffe statt.

Der Mu-Gia-Pass war bei Piloten berüchtigt und fast 50 Flugzeuge wurden dort abgeschossen. Es hieß the-dog-house (das Hundehaus). Es war eine von zwei Nachschubrouten, wo vietnamesische Lastwagen von Nordvietnam nach Laos kamen.

Nun wollten wir gegen Süden. Die Route führte uns durch bizzarre Karstlandschaften gesäumt von Bombenkratern beidseitig der Piste. Wir passierten den Phanop „Chokepoint“.

Bald kamen wir an eine der vielen Flussübergänge (Furt / Ford), welche von der nordvietnamesischen Armee angelegt wurde und bis heute verwendet werden.

Nach einiger Zeit erreichen wir die grosse Xe BangFie Ford, auf der Road 23.

Da es in den letzten Tagen geregnet hatte war die Wat-Tiefe grösser als erwartet. Schwere Allrad-Lastwagen queren hier wohl. Personen werden mit dem Boot hinübergebracht, wo Transporter warten.

Wir stehen nun vor der Entscheidung das Risiko einzugehen und die ca. 100 m durch den Fluss zu fahren oder ca. 200 km Umweg in Kauf zu nehmen.

Unser Umweg um die Xe BangFie Ford

Das Wasser ist stellenweise bis zu 1 m tief das liegt etwas über der Watgängigkeit unseres DAGI. Zudem können wir den Untergrund nicht gut genug beurteilen, weil das Wasser zu tief ist. Also, nach einer Weile, entscheiden wir uns schweren Herzens umzudrehen und den Umweg zu machen. safty-first.

Alles wird mit Moped transportiert.

Auf der roten Sandpiste kommen wir zügig voran.

Kinder spielen am Strassenrand.

Unser Tagesziel liegt nun in weiter Ferne und in der Dämmerung fahren wir ein Dorf an wo wir versuchen in der Nähe der Schule einen Standplatz zu bekommen.

Es ist nicht ganz einfach den Dorfbewohnern unser Anliegen zu erklären aber dann klappt es doch noch.

Neugierig schaut das halbe Dorf beim Kochen zu.

Nur der Jäger steht etwas abseits und beobachtet still. Ja, er hat eine Armbrust!

04. Dezember 2016

Einzig das Hundegebell in der Nacht war etwas nervig, sonst hatten wir gut geschlafen und genossen den stillen Morgen …

… bevor die Kinder uns wieder entdeckten.

Die Freude war gross über die schweizer Fussballleibchen.

Die Schule von aussen.

Wenigsten die Tafel ist neueren Datums.

… und so siehts innen aus.

Nun wird es Zeit dass wir uns wieder auf den Weg machen. Durch unseren Umweg sind wir arg in Verzug und können die Ban Laboy Ford (the most bombed spot at the world) nicht mehr direkt anfahren.

Ban Laboy ford – ein strategischer Flussübergang des Ho-Chi-Minh Trails. Copyright © 2013 · Laos GPS Map

        Wir folgen den Jungelpfaden in Richtung Süden.

Oft scheint es dass der Pfad nicht für Autos gedacht ist.

Die Hütten sind traditionell aus Palmblättern geflochten.

Die Piste wird immer schlechter.

Das Dorf Ban Mouk

Neugierige Dorfbewohner bestaunen uns.

Überall dichtes Grün. Die Natur überdeckt die Bombenkrater.

Am Heimweg von der Feldarbeit.

Oft lange Fussmärsche.

Der eiserne Wasserbüffel.

Die Dorfschule.

Weite Flächen wo der Regenwald fehlt.

Jetzt wird es eng.

Wir fahren weiter über Vilabouly nach Xepon, wo wir gegen Abend die Hauptstrasse erreichen. Da die Fahrt der letzten Tage auf unwegsamen Pisten anstrengend war, beschliessen wir nach Savannakhet zu fahren und erst später ins Bolavenplateu. Gegen Abend muss nochmal getankt werden und wir laufen eine Tankstelle an die ziemlich ordentlich aussieht.

Wir fragen wo der Diesel ist und bekommen die Antwort in Schwiizerdütsch. Wir staunen, es ist doch ein Laote? Er erzählt uns dass er mit seiner Frau 30 Jahre in der Schweiz gelebt hat und nun diese Tankstelle mit viel Land kaufte um hier die Pension zu geniessen. Das war aber eine Überraschung.

Da wir erst bei Xethamouk waren schaffen wir es bis Savannaketh heute nicht mehr. Wir fragten Lammone (so hiess der freundliche Schweizer) ob wir bei ihm auf der Tankstelle übernachten können. Er lud uns sofort in sein Haus ein, wir bedankten uns, da wir lieber in unserem Auto schlafen. Aber als Gegenleistung bot sich Rashida an uns ein Safran-Risotto mit Steinpilzen zu kochen. Es war ein fröhliche Abend mit Lammone und Pham-Dang, sie machten einen leckeren Salat dazu.

05. Dezember 2016

Am Nachmittag erreichen wir Savannakhet wo wir wieder den Mekong sehen. Es bleibt noch Zeit einige Besichtigungen zu machen.

Die nahe gelegene Stupa That Ing Hang gehört zu den bedeutendsten Pilgerstätten in Laos.

Hinduistische Motive im Relief.

Ein Mönch segnet Pilger

Wat Sainyaphum

Es mutet an wie Weihnachten !?

St. Teresa’s Catholic Church

Ein Ho Chi Minh Denkmal.

Zum Übernachten fuhren wir dem Mekong entlang gegen Süden und fanden in einem kleinen WAT (Kloster) direkt am Fluss Unterschlupf.

Abendlicher Besuch

Geschwisterpaar

Übernachtungsplatz im Wat Phakka Gnai

freundlicher Mönch, der um 3 Uhr Nachts die Glocke schlug.

Park am Mekong im Wat.

06. Dezember 2016

Zuhause ist Nikolaus-Tag, kaum zu glauben wir mühen uns mit der Hitze ab. Unser nächstes Ziel ist nicht weit die Stadt Champasak. Die Fahrt geht über Pakse und dort angekommen finden wir am Ufer des Mekong bei der Touristeninformation einen Standplatz. Wir genossen den herrlichen Ausblick auf den Mekong und die Inseln.

Am Abend gabs neben uns eine Schattenspielaufführung mit Handpuppen und musikalischer Begleitung auf traditionellen Instrumenten. Eine Initiative eines Franzosen um besonders Männer vom nur Rumhängen wegzubringen und alte Traditionen am Leben zu erhalten.

07. Dezember 2016

Wir machten uns auf den Tempelbezirk Wat Phou zu besuchen, der ganz in der Nähe liegt.

Die Kulturlandschaft Champasak inklusive des Wat Phou Tempelbezirkes ist eine gestaltete Landschaft, die trotz des Alters von 1.000 Jahren in einem bemerkenswert gut erhaltenen Zustand ist. Sie wurde erschaffen, um die hinduistische Vision der Beziehung zwischen Mensch und Natur zu verkörpern. Bei der Planung machte man sich eine Achse vom Berggipfel bis zum Flussbett zunutze, um ein Raster geometrisch angeordneter Tempel, Schreine und Wasserflächen entstehen zu lassen. Das Gebiet erstreckt sich über ca. 10 km2. Zwei geplante Städte entlang des Flussufers des Mekong gehören, genau wie der Berg Phou Kao, ebenfalls zur Stätte. Als Ganzes repräsentiert es eine Bebauung aus der Zeit zwischen dem 5. und 15. Jahrhundert, die hauptsächlich mit dem Khmer Reich in Verbindung gebracht wird.

Gesäumt von Phallus-Symbolen

Felszeichnung 1000 Jahre alt.

der Berg Phou Kao

Tempelanlage zur 2. Ebene

Die Einheimischen verehren die Statue.

Der Aufgang zum Zentralheiligtum das früher eine Lingam enthielt. Hindus sehen im Lingam nicht nur die schöpferische, sondern ebenso die erhaltende und zerstörende Kraft Shivas.

Sehr gut erhaltene Reliefs.

Hinduistisches Relief.

Interessante Gravurtechnik.

Blick über die Anlage mit den künstlichen Seen.

Etwas Abseits an einem grossen Steinblock ein Elefant.

Opferstein mit Schlange.

Shiva Tempel

Auch Mönche besuchen den Tempelbezirk.

Tor-Relief

Der Weg zum Zentralheiligtum.

Nach soviel Kultur machen wir uns auf die Runde des Bolaven-Plateaus.

Der Tag ist schon fortgeschritten und so schaffen wir nur wenig der Wegstrecke, finden aber abseits der Hauptstrasse an einem Wasserfall einen ruhigen Standplatz inmitten des Jungels.

Unterwegs zum Bolavenplateau

Wir decken uns mit Früchten ein.

Es ist schon dunkel als wie den Schlafplatz beziehen.

08. Dezember 2016

Am Morgen erweist es sich als richtig gewählt und wir geniessen den Morgenkaffee in aller Ruhe.

An den Verkaufsständen in der Nähe unseres Platzes werden allerhand Laotische Speisen feilgeboten.

In Palmblättern eingerollte Speisen.

Bienenwaben mit „Füllung“

Nach einem Spaziergang über eine Hängebrücke zum nahen Wasserfall …

Der Phasuam Wasserfall

… führt uns unser Weg weiter zu den Tad Lo Wasserfällen wo wir zu Mittag essen.

Tad Lo Wasserfälle

Am weiteren Weg kommen wir zur Sinouk Kaffee-Plantage. Es ist eindrücklich zu sehen wie der Kaffee vom Setzling zur Bohne heranreift.

Wir haben uns überlegt hier eine Nacht zu verbringen zu verlockend ist die wunderschöne Anlage.

Da wir aber in den nächsten Tagen zurück auf den Ho-Chi-Minh-Trail wollten und nicht wussten was uns alles Offroad erwartet, beschlossen wir dennoch weiterzufahren.

Unser Ziel war Sekong an gleichnamigen Fluss. Auf dem Weg sahen wir noch den Nam Tok Katamtok, den höchsten Wasserfall in Laos.

Nam Tok Katamtok

Wer selbst als weitgereister Individualreisender meint, schon wirklich abgelegene Gegenden in Südostasien gesehen zu haben und noch nicht in der laotischen Provinz Sekong war, der hat die eventuelle Nummer Eins auf der Liste der weißen Flecken auf der Landkarte wohl doch noch vor sich.  Heisst es in einem Prospekt eines Reiseveranstalters. © Laos-Spezialisten.com

Sekong – wo sich Tiger und Delphine gute Nacht sagen! Ja, es ist wirklich abgelegen und eigentlich nicht viel los. Für uns aber der Eintrittspunkt in die Staubpisten und Jungelpfade.

Vang Xang Hotel in Sekong, Blick auf die Fähre.

Da es schon bald dunkel ist nehmen wir ein Hotel direkt an der Fähre über den Fluss. Was wir erst später herausfanden ist dass es sich um eine zwielichtige Absteige handelt mit einer ganzen Kompanie mehr oder minder hübschen Frauen, aber wenig Kunden. Die Anlage macht von aussen einen passablen Eindruck. Nach dem wir aber schlafen gehen wollten und das Leintuch sehen das unübersehbare Spuren vieler Nächte aufwies, war es mit der Laune geschehen. Wir beschwerten uns an der Bar, worauf 2 Mädels eher widerwillig das Leintuch wechselten. Naja, ganz ok war das auch nicht aber zumindest besser. Wir beschlossen morgen früh zu verreisen.

09. Dezember 2016

Am Morgen tranken wir unseren Kaffee vor unserem Bungalow und verliessen das Hotel bald. Wir nutzen die Gelegenheit unsere Vorräte am Markt aufzustocken und machten uns dann an die Überfahrt über den Fluss. Eine Weile mussten wir warten bis sich die Fähre vom anderen Ufer herüberbewegt und so hatten wir Zeit das Treiben zu beobachten.

Auch hier ist Konkurrenz angesagt. Kleines Schiff das Mopeds transportiert.

Sie kam gerade mit dem Fährboot herüber.

Ein Lastwagen des UXO Teams (Minen und Bombensucher) neben uns am warten.

Sieht schon etwas wackelig aus.

Aber nun sind wir drauf.

Der Schubkahn beginnt zu arbeiten und schiebt den Ponton der an einem Seil hängt auf die andere Seite.

Dadi lässt unseren DAGI nicht los.

Fährmannschaft.

Geschafft – Ausfahrt

Zu unserem Erstaunen sind wir nach ein paar km wieder auf Asphalt.

Bald war aber Schluss damit …

Schönes traditionelles Haus.

… aber die Piste war dennoch gut.

Je weiter wir in die Berge kamen desto schwieriger wurden die Pisten.

Lieber die Furt nehmen als die altersschwache Brücke.

Unser Plan war von Sekong aus den unteren Teil des Ho-Chi-Minh-Pfades zu fahren. Auf unserem Kartenmaterial konnten wir keine ausreichenden Hinweise finden deshalb mussten wir uns etwas auf das Gefühl und Einheimische verlassen.

Auf einem Bergkamm finden wir einen super Platz für die Mittagspause. Es gibt den frischen Fisch vom Markt.

Transport ist gefragt in dieser Gegend.

Ich wollte nach der Abzweigung fragen – er sah aber vermutlich das erstemal eine Landkarte.

Kinder am Strassenrand.

… auch er wusste nicht so recht wo´s lang geht.

Die Bevölkerung ist teils sehr arm.

Hier läuft der Schweinsbraten …

Die Schule ist aus.

Ratten gelten als Delikatesse

Hier wird um das Messer gefeilscht, das der Händler uns verkaufen will.

Einmal gute Piste.

Einmal schlechte Piste.

Wir glauben die Abzweigung nach Süden gefunden zu haben. Ob es stimmt wird sich später herausstellen.

Es geht auf einen Hügel wo plötzlich kein Wald mehr ist.

Die Piste endet genau auf der Kuppe. Als wir uns umsehen – alles Bombenkrater wo Blindgänger entschärft bzw. gesprengt wurden.

Nun sind wir ziemlich ratlos und müssen den Kompass befragen. Abseits der Pisten ist es zu gefährlich. Wir müssen uns auf etwas Befahrenem halten. Nach längerem Suchen finden wir ein Stück zurück eine kleine Abzweigung die in die richtige Richtung führt. Allerdings sind die Spuren nur von Mopeds und keine Autospur. Aber uns bleibt keine Wahl.

Wir hoffen dass es hier weitergeht.

Wasserbüffel auf der Flucht.

Enge Passagen

Zwischendurch herrliche Ausblicke

Die Piste geht durchs Dorf. Bei der Dorfausfahrt wollten sie Geld von uns für das Durchfahren – no way – wir sind weitergefahren.

Laotisches Dorf an der Grenze zu Vietnam.

Dorfschule im Nirgendwo

Die Pflasterung der Nordvietnamesen sieht man rechts noch.

Panzerturm eines Nordvietnamesische Volksarmee (NVA) Panzers T-54/T-55. Die Einheimischen bringen hier Opfergaben dar.

… und hier ist der Rest.

Gepflastert damit auch schwere LKW durchkommen.

Im Dunkeln sind wir in San Xai angekommen und haben uns neben die SAM Rakete zum Schlafen gestellt.

10. Dezember 2016

Am Morgen, bei Tageslicht, konnten wir unseren Stellplatz begutachten. War gar nicht schlecht und wir hatten eine ruhige Nacht. Niemand interessierte sich gross für uns. Nach dem Morgenkaffee  inspizierten wir die SAM Rakete die neben uns stand.

Heute als Monument zu bestaunen.

Grössenvergleich mit der Cluster-Bomb.

Herstellungsdaten der Bombe.

Ironie: Der Garantiekleber auf der Bombe.

Während des Vietnam-Krieges sollte den Vietkong der Nachschub abgeschnitten werden: Millionen Streubomben fielen auf Laos. Doch ein Drittel der Bomben explodierte nie – eine tödliche Gefahr – bis heute.

Russisch auf Lao übersetzt wohl.

Werdegang der Rakete.

Diese SAM kam nicht mehr zum Einsatz aber wurde auf den Jungelpfaden transportiert.

Ein Zaun aus Streubombenbehältern.

Unsere Reise geht weiter nach Attapeu des Hauptortes der Region. Die Zeit reicht aber nicht um sich hier länger aufzuhalten.   Wir wollen eine Piste nehmen die uns von hier direkt an den Mekong bringt. Unser MapsMe sagt dass eine Flussquerung nicht möglich ist – mal sehen. Wir fahren los und versuchen bei einem Polizeiposten am Weg Informationen über das Durchkommen zu erhalten. Vergeblich, ich glaube die haben uns nicht verstanden – also fahren wir weiter.

Unterwegs treffen wir noch ein Pärchen aus England mit einem Landcruiser die uns entgegen kommen. Sie bestätigen uns dass die Route passierbar ist, wenngleich auch etliche und ein grosser Fluss zu queren sind. Nun haben wir die Bestätigung dass es geht – uns ist leichter. Es geht auf ganz passabler Piste weiter von Rivercrossing zu Rivercrossing. Irgendwo da haben wir unser vorderes Nummerschild verloren. Nachdem wir ca. 5 km zurückgefahren sind in der Hoffnung es wieder zu finden, beschliessen wir einen Lagerplatz zu suchen. Das Nummerschild wird wohl bei einer Flussquerung abgebrochen sein.

Wir finden einen geeigneten Platz nach einem Flussübergang wo etwas freie Fläche neben der Piste ist.

Übernachtungsplatz an der Jungelpiste

Wieder eine Wasserdurchfahrt

Ab und zu kommen uns Bauern entgegen.

Das war ganz schön tief. Die Stelle die, die Karte als unpassierbar markiert hat.

Eine Gruppe Motorradfahrer prüft mit uns die Wasserdurchfahrt.

Hier ist es kein Problem

Wo die überall durchfahren …

An den Wasserdurchfahrten herrscht emsiges Treiben.

Zu spät gesehen. Wir fuhren ein paar Meter zurück aber sie bewegte sich kaum noch.

Wir waren nun im Bereich der 4000 Inseln im Mekong oder Si Phan Don. Es ist ein Archipel aus Sandbänken und Inseln im Süden von Laos. Es gibt einen sehr authentischen Einblick in das laotische Leben.

Es geht auf die grosse Insel Dong Khon wir wir gerade rechtzeitig zu einem Traditionellen Bootsrennen am Mekong kommen. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen und ergattern einen Platz auf der Terrasse des Hotels und ein kühles Bier.

Das Bootsrennen ist auch ein grosses Marktfest und so schlendern wir noch durch die Marktstände.

Allerlei ziemlich unbekannte Speisen.

Wir probieren aber nicht alles …

Farbenfrohe traditionellen Gewänder.

… und so sieht es aus wenn alle weg sind!

Als die Dämmerung hereinbricht haben wir noch immer keinen Standplatz. Wir parken vor dem Hotel, kein guter Platz. So fahren wir eine Dorfrunde nach der anderen, aber es ergibt sich nichts besonders Brauchbares. An zwei Stellen wo wir fragen weist man uns ab.

Dann entschliessen wir uns ein paar 100m flussaufwärts vom Hotel neben einem Lager einer Bootsmannschaft einzuparken. Der Platz wäre ja ganz schön aber total vermüllt – na ja.

12. Dezember 2016

Den Tag verbringen wir um unsere Vorräte aufzustocken und uns den Ort nochmals bei Tageslicht anzuschauen, Wasser aufzutreiben etc.

Wir lassen uns Zeit denn wir dürfen nicht zu früh nach Kambodscha einreisen, da uns sonst das 30 Tage Visum nicht reicht.

Wir bleiben noch auf Dong Khong und fahren an die Nordspitze der Insel. Sehr gemütlich fahren wir schon auf Grund der vielen Schlaglöcher. Ganz an der Spitze der Insel finden wir innerhalb eines – so scheint es – aufgelassenen Anwesens einen tollen Übernachtungsplatz. Die Leute beäugen uns zwar etwas aber wir werden in Ruhe gelassen.

Wir hatten unsere Ruhe und ab und zu kam auch die Sonne etwas heraus. Rashida kochte ein super feines Gulasch und so war der Tag gerettet.

13. Dezember 2016

Nun machten wir uns auf in Richtung Grenze, wo wir noch einmal in Laos übernachten wollten. Unterwegs kamen wir bei den Mekong Fällen vorbei. Leider spielte das Wetter gar nicht mit und es war mehrheitlich nass.

Der grosse liegende Buddah

Moped Tankstelle

Die Dorfstrasse waren ziemlich aufgeweicht.

 

Kurz vor der Grenze fanden wir ein Guesthouse wo wir im Auto schlafen konnten. Da in der Nähe eine Karaoke Bar war, wurde es mit dem Schlafen nichts. Wir beschlossen uns der illustren Gesellschaft anzuschliessen und feierten mit den Einheimischen bis tief in die Nacht – es war lustig.

14. Dezember 2016

Halbwegs ausgeschlafen packten wir unsere Sachen ein und fuhren nach dem Kaffee die letzten paar km zur Grenze.

Die Zeit in Laos haben wir sehr genossen. Ein vielfältiges Land voller Überraschungen. Wir sind dem grossen Mekong gefolgt, waren in abgelegenen Bergdörfern, haben verschiedene Ethnien kennengelernt und beeindruckende Landschaften gesehen. Zugleich die historischen Lasten des Landes erlebt, jene unsägliche Vergangenheit deren Auswirkung über viele Generationen zu spüren ist, hautnah erlebt. Noch immer begeistert vom freundlichen Sabaidiiii (Hallo, wie gehts) der Laoten bleibt uns das Land lange in Erinnerung.

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